Treppenarten: Welche Treppenformen- und konstruktionen gibt es?

Man kann Treppen anhand verschiedener Kriterien in einzelne Treppenarten aufteilen. Neben dem Material sind vor allem die Treppenform und Treppenkonstruktion ein beliebtes Unterscheidungskriterium. Die Wahl der Treppenart hängt oft von den räumlichen Gegebenheiten, dem architektonischen Stil und dem persönlichen Geschmack ab. Damit Ihnen die Wahl leichter fällt, haben wir in diesem Beitrag alles zu den verschiedenen Unterscheidungskriterien für Treppenarten und deren Besonderheiten festgehalten.

Inhaltsverzeichnis

Unterscheidungskriterien bei Treppen

Treppenarten werden anhand verschiedener Kriterien unterschieden. Sie können in folgende Gruppen unterteilt werden:

  • Notwendigkeit: Hierbei geht es um die baurechtliche Einstufung der Treppe. Ob sie notwendig ist, ob sie als Haupttreppe oder Nebentreppe dient oder ob sie in einem speziellen Gebäude steht und hierfür besondere Regelungen gelten (z. B. im Krankenhaus)
  • Funktion: Dies bezieht sich auf den konkreten Zweck der Treppe. Es gibt z. B. Fluchttreppen, Brandschutztreppen, Zweittreppen oder öffentliche Treppen.
  • Standort: Dies bezieht sich auf die Position der Treppe, wie etwa, ob sie im Innen- oder Außenbereich liegt.
  • Grundriss: Hierbei wird der Grundriss der Treppe betrachtet, das heißt, ob die Treppe gerade verläuft, gewendelt oder in anderen Formen gestaltet ist und ob sie ein- oder mehrläufig ist.
  • Konstruktionsart: Die Art und Weise, wie die Treppe konstruiert ist (z. B. Spindeltreppe), spielt eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung von Treppenarten.
  • Material: Das verwendete Material ist ein weiteres wichtiges Kriterium. So kann es sich bspw. um eine Stahl-, Stein-, Glas-, Beton- oder Holztreppe handeln.
  • Personengruppen: Die Personengruppen spielen ebenfalls eine Rolle, wie etwa Senioren, Kinder oder Menschen mit Behinderungen. Letztere benötigen eine gänzlich barrierefreie Treppe.
Treppenarten

Der Grundriss: Die Treppenformen in der Übersicht

Treppen lassen sich grob in folgende Formen unterteilen:

  • Einläufige Treppen

Einläufige Treppen können sowohl gerade als auch gewendelt oder halbgewendelt verlaufen. Sie verfügen jedoch über kein Zwischenpodest. Lediglich An- und Auftritt können jeweils über ein Podest verfügen. Für Menschen, die häufiger während des Treppensteigens pausieren müssen, sind sie daher weniger geeignet.

  • Zweiläufige Treppen

Sie ist ähnlich wie die einläufige Treppe, verfügt jedoch über ein Podest, welches zum Richtungswechsel genutzt werden kann.

  • Mehrläufige Treppen

Die mehrläufige Treppe verfügt über mehrere Läufe und Podeste. Als mögliche Formen kommen etwa die U-, S-, T-, E- oder L-Treppenform vor.

  • Gerade Treppen

Eine gerade Treppe kann durch ein Podest unterbrochen werden und dann in entgegengesetzter Richtung weiter verlaufen. Man findet sie häufig in mehrstöckigen Wohnhäusern vor.

  • Gewendelte Treppen

Eine gewendelte Treppe verläuft leicht geschwungen, z. B. in einem Halbkreis oder in einer S- oder Y-Form.

  • Wendeltreppen

Die Stufen winden sich bei der Wendeltreppe kreisförmig nach oben, weshalb man wortwörtlich im Kreis läuft. Dadurch entsteht ein sogenanntes Treppenauge in der Mitte. Man sieht diese Form der Treppe dank ihrer ästhetischen, hypnotisierenden Form häufig in Filmszenen. Winden sich die Stufen um einen Pfosten, spricht man von einer Spindeltreppe.

Treppenarten im Überblick

Welche Treppenart infrage kommt, hängt vor allem vom verfügbaren Platz, der gewünschten Optik und der Nutzung im Alltag ab. In der folgenden Tabelle sehen Sie die wichtigsten Treppenarten und Treppenkonstruktionen auf einen Blick.

TreppenartTypische MerkmaleGeeignet für
Gerade TreppeEin gerader Lauf, einfache Planung, klare Linien.Flure, offene Wohnbereiche und klassische Grundrisse.
Gewendelte TreppeRichtungswechsel durch gewendelte Stufen, platzsparender als gerade Treppen.Wohnhäuser mit begrenztem Platz oder Ecklösungen.
WendeltreppeKreisförmiger Verlauf mit Treppenauge in der Mitte.Designlösungen, Galerien oder Bereiche mit wenig Grundfläche.
SpindeltreppeStufen drehen sich um eine zentrale Spindel oder Säule.Kleine Flächen, Nebentreppen oder Zugang zu Galerie und Dachboden.
WangentreppeStufen liegen zwischen oder auf seitlichen Wangen.Klassische Holztreppen, robuste Innentreppen und viele Wohnhäuser.
BolzentreppeStufen sind über Bolzen miteinander verbunden, oft ohne massiven Unterbau.Moderne, offene Innenräume mit leichter Optik.
FaltwerktreppeStufen und Setzstufen wirken wie ein gefaltetes Band.Designorientierte Wohnbereiche und moderne Architektur.
HolmtreppeStufen liegen auf einem oder zwei tragenden Holmen.Freistehende Treppen und repräsentative Innenbereiche.
KragarmtreppeStufen sind einseitig in der Wand verankert und wirken schwebend.Sehr moderne Räume mit tragfähiger Wandkonstruktion.

Welche Treppenart passt zu welchem Einsatz?

Für kleine Grundflächen eignen sich vor allem Spindeltreppen, Wendeltreppen oder gewendelte Treppen, weil sie weniger Raum benötigen als lange gerade Treppenläufe. Wer eine besonders bequeme und alltagstaugliche Lösung sucht, ist mit einer geraden Treppe oder einer Treppe mit Podest meist besser beraten. Wangentreppen wirken klassisch und robust, während Bolzentreppen, Faltwerktreppen und Kragarmtreppen stärker auf eine moderne, offene Optik setzen.

Auch die Nutzung spielt eine wichtige Rolle: Eine Haupttreppe im Wohnhaus sollte bequem, sicher und gut begehbar sein. Für Nebentreppen, Galerieaufgänge oder Dachbodenzugänge darf die Treppe dagegen oft platzsparender ausfallen. Wenn Kinder, ältere Menschen oder häufig transportierte Gegenstände eine Rolle spielen, sind sehr steile oder stark gewendelte Treppen meist weniger praktisch.

Wenn Sie bereits wissen, welche Treppenart infrage kommt, lohnt sich der Blick auf die Kosten. Eine Übersicht zu Material, Einbau und Preisunterschieden finden Sie im Preisvergleich Treppen Kosten.

Wendeltreppe
Die Wendeltreppe ist zwar besonders schön anzusehen. dafür aber aufgrund ihrer zulaufenden, dreieckigen Stufen nicht ganz leicht zu belaufen.

Treppenkonstruktionen im Überblick

Bolzentreppe

Bei der Bolzentreppe sind die einzelnen Treppenstufen via Bolzen miteinander verbunden, wodurch auf einen Unterbau verzichtet werden kann. Für zusätzliche Stabilität können die Treppen noch zusätzlich in der Wand gesichert werden. Für noch mehr Sicherheit sorgt ein Geländer. Diese Treppe zeichnet sich durch ihre zierliche, platzsparende Konstruktion aus. Der Platz unter der Treppe kann entweder genutzt werden (bspw. als Schrankraum) oder freistehen, um für einen besonders offenen Raum zu sorgen. Noch dazu ist die Treppe recht günstig.

Bolzentreppe

Faltwerktreppe

Die Faltwerktreppe kommt ebenfalls ohne Unterbau aus, allerdings sind hierbei die Treppen scheinbar „gefaltet“, was auch den Treppennamen erklärt. Als Befestigung befinden sind die Bolzen direkt in der Wand, welche mit der Treppe verbunden sind. Die schöne Optik hat aber auch seinen Preis, denn die Konstruktion dieser Treppe ist äußerst kompliziert.

Faltwerktreppe

Harfentreppe

Die Harfentreppe wird auch als abgehängte Treppe bezeichnet. Ihre Stufen werden wahlweise mit Stahlseilen, Stahlgittern oder Stahlrohren an die Decke gehangen. Dabei entsteht die namensgebende Harfenform. Trotz ihrer filigranen Bauweise ist die Harfentreppe äußerst stabil. Sie ist aufgrund ihrer schmalen Form jedoch nicht für den Transport von Personen und großen Gegenständen geeignet, weshalb Sie sich genau überlegen sollten, ob diese Treppenkonstruktion Ihren Ansprüchen genügt.

Harfentreppe

Holmtreppe

Bei der Holmtreppe liegen die einzelnen Stufen auf dicken Holmen aus Stahl oder Holz auf. Handelt es sich um einzelne Holme, spricht man von einer Einholm-Treppe bzw. Mittelholmtreppe, bei zwei Holmen um eine Zweiholm-Treppe. Aufgrund Ihrer Bauweise benötigt sie somit keine Wand und kann deshalb auch mitten im Raum anfangen. Die Holmtreppe ist äußerst repräsentativ und ist daher besonders in luxuriösen Häusern sehr beliebt. Galerien, Bürogebäude und Firmensitze setzen ebenfalls sehr häufig auf diese Treppenkonstruktion.

Holmtreppe

Kragarmtreppe

Die Kragarmtreppe fällt mit ihren „schwebenden“ Treppenstufen sofort ins Auge. Für den besonderen Look werden die Stufen direkt an einer Betonwand mittels eines Schwerlastankers befestigt. Die Treppen selbst können aber auch aus anderen Materialien, wie etwa Holz bestehen. Häufig verzichtet man ganz auf ein Geländer, um die magische Optik nicht zu stören. Wer trotzdem für mehr Sicherheit sorgen will, kann ein Geländer aus Glas oder Acrylglas einbauen oder das Geländer an der Wand entlanglaufen lassen.

Kragarmtreppe

Spindeltreppe

Wie bereits erwähnt, ist die Spindeltreppe in Form einer Wendeltreppe konstruiert. Das bedeutet, dass die Treppenstufen um eine Spindel herum befestigt sind, welche als Stütze dient. Dadurch ist die Treppe kreisförmig konstruiert. Möchte man die Spindeltreppe sichern, kann man entweder ein Geländer einbauen oder die Spindeltreppe mit einer brüstungshohen Wange ausstatten. Diese Art von Treppe eignet sich nicht nur für den Hausgebrauch, sondern wird häufig auch im Außenbereich verwendet.

Spindeltreppe

Wangentreppe

Die Wangentreppe ist ein echter Klassiker unter den Treppenkonstruktionen. Ihr namensgebendes Merkmal sind die beiden Wangen an den Seiten der Treppe. Eine Wange kann direkt an der Wand befestigt sein oder aber frei im Raum stehen. Geschlossene Wangentreppen, bei denen man aufgrund der senkrechten Setzstufen nicht zwischen den Stufen durchsehen kann, wirken wuchtiger, aber auch traditioneller. Offene Wangentreppen erlauben den Blick zwischen die Treppenstufen und wirken dadurch etwas leichter und heller. Beide Varianten gibt es auch nochmal als aufgesattelte Wangentreppe, bei der die Wangen direkt unter den Treppenstufen liegen und seitlich davon. Die Treppenstufen können dabei entweder genau aufliegen oder auch über den Wangen hinausragen. Insgesamt bietet die Wangentreppe damit optisch viele Variationen und kann sowohl modern als auch klassisch wirken.

Wangentreppe

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