Welches Saunaholz passt optimal zu Ihren Bedürfnissen?

Sie haben sich für den Bau einer Sauna entschieden, und nun stehen Sie vor den Details des Saunabaus? Dann spielt auch die Wahl des richtigen Saunaholzes eine entscheidende Rolle, denn nicht umsonst bedeutet das Wort Sauna auf Deutsch „Raum aus Holz“. In diesem Zusammenhang informieren wir Sie ausführlich darüber, welches Saunaholz sich eignet und was die jeweiligen Besonderheiten sind. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Sauna nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch den höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Inhaltsverzeichnis

3 Kriterien für gutes Saunaholz

Saunaholz muss bestimmte Kriterien erfüllen, um für den Bau einer Sauna geeignet zu sein:

Das wichtigste Kriterium für gutes Saunaholz ist die Wärmeleitfähigkeit. Die sollte möglichst niedrig ausfallen, damit das Holz nicht zu stark erhitzt und den Saunabesuchern keinen Schaden zufügt. Gleichzeitig muss das Saunaholz die hohen Temperaturen und etwaige hohe Luftfeuchtigkeit aushalten können. Dazu sollte das ausgewählte Holz Feuchtigkeit gut aufnehmen können und formstabil sein. In gleichen Zuge sollte das Holz auch möglichst resistent gegen Schädlinge und Pilze sein, da sonst die Langlebigkeit des Holzes gefährdet ist.

Weitere relevante Kriterien sind das Aussehen und der Geruch, welche natürlich Geschmacksache sind. Achten Sie nur darauf, dass das Holz nicht zum Splittern neigt und zu stark harzt. Letzteres kommt in der Regel bei Nadelhölzern wie bspw. Kiefer vor. Durch das austretende Harz entstehen Flecken im Holz, die sich nur mit viel Mühe entfernen lassen. Auch zu viel Astlöcher sollten vermieden werden, da dadurch undichte Stellen entstehen können.

In der Vergangenheit oft vernachlässigt, heutzutage aber wichtiger Kauffaktor, ist die Nachhaltigkeit der gewählten Holzart. Achten Sie daher darauf, dass die Bäume nicht gefährdet sind und aus einer möglichst schonenden Forstwirtschaft stammen. Bevorzugen Sie dabei heimische Baumarten aus Deutschland, um unnötig lange Importwege aus dem Ausland zu vermeiden.

Welches Saunaholz eignet sich

Welches Saunaholz gibt es?

Fichtenholz

Das helle Nadelholz der nordischen Fichte ist im weiß-gelben Farbton gehalten und äußerst beliebt, da es nicht nur sehr günstig ist, sondern auch sehr gut dämmt. Zugleich ist Fichtenholz widerstandsfähig und robust. Das Aussehen kann ebenfalls überzeugen, denn Fichtenholz hat eine feine, gleichmäßige Oberflächenstruktur. Und auch in puncto Nachhaltigkeit kann die Fichte als schnellwachsende, heimische Art überzeugen.

Espenholz bzw. Zitter-Pappelholz

Ebenfalls sehr beliebt ist Espenholz. Es wächst sehr schnell nach, besitzt eine glatte, helle Oberfläche mit geringer Maserung, ist astfrei, harzt kaum und verströmt einen angenehmen Geruch. Dank der geringen Wärmeleitfähigkeit ist es auch für die Innenseite und Sitzbänke der Sauna bestens geeignet. Espenholz ist generell etwas kostspieliger als andere Saunahölzer. Wenn Sie Thermo-Espe verwenden, können Sie sich auch über eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, Schädlinge und Pilze freuen. Dazu wird das Espenholz mit Wärme und Wasserdampf behandelt. Das Holz dunkelt dadurch zwar stark nach, kann dann aber nur noch halb so viel Wasser aufnehmen als vorher, was gerade im Saunabereich von großem Vorteil ist.

Fichtenholz-Sauna
Das Holz der finnischen Fichte ist nicht nur optisch schön, sondern auch ideal für die Temperaturen einer Sauna geeignet.

Hemlocktanne

Die robuste Hemlocktanne gehört zu den beliebtesten Saunahölzern für den Innenbereich, kann aber auch für den Außenbereich verwendet werden. Es ist harz- und porenfrei, wodurch Feuchtigkeit und Schweiß schlechter aufgenommen werden. Dadurch ist das Holz langlebiger und hervorragend für Saunabänke geeignet. Hemlocktanne riechen leicht nach zerriebenen Tannennadeln weisen eine hellbraune Färbung auf.

Erlenholz

Das leicht rötliche Erlenholz verfügt über eine glatte, porenlose Oberfläche, die wasserabweisend ist und Wärme nur schlecht weiterleitet, womit es sich perfekt für den Innenbereich und Saunabänke eignet. Es hat eine besonders edle Maserung und verleiht jeder Sauna das gewisse Etwas. Als einheimisches Holz ist es zudem sehr umweltfreundlich. Da es jedoch anfällig für Schädlinge und Pilzbefall ist, muss es in jedem Fall mit einem Schutzlack behandelt werden.

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Rotzedernholz

Das aromatisch duftende Holz der Rotzeder ist aufgrund seiner einfachen Verarbeitung, seiner Beständigkeit gegen Pilz- und Schädlingsbefall sowie seiner geringen Harzhaltigkeit gut für den Saunabau geeignet. Da es sich aber nicht um eine einheimische Baumart handelt, sondern um eine Art aus Nordamerika ist die Co2-Bilanz schlechter als bei einheimischen Bäumen. Achten Sie daher darauf, dass das Saunaholz aus einer nachhaltigen Fortwirtschaft kommt.

Rotzedernholz
Das rötlich-braune Holz der Rotzeder benötigt keinen extra Schutz gegen Schädlinge.

Abachiholz

Das aus Zentralafrika stammende Abachiholz, welches auch Obeche genannt wird, gehört ebenfalls zu den beliebtesten Saunahölzern. Es harzt nicht, hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit und splittert nicht, weshalb es sich perfekt für Saunabänke eignet. Allerdings ist es auch recht weich und anfällig für Pilzbefall. Darüber hinaus handelt es sich um ein Tropenholz, wofür Regenwald gerodet werden muss. Wenn es trotzdem das Holz sein soll, dann achten Sie auf das FSC-Siegel oder alternativ das PECF-Siegel. Diese Siegel stellen sicher, dass das Holz aus nachhaltiger Beforstung stammt. Die Ökobilanz bleibt aufgrund des langen Transports trotzdem schlecht.

Keloholz

Bei Keloholz handelt es sich um natürlich im Stehen getrocknetes Kiefernholz, welches seine Rinde bereits verloren hat und somit komplett verwittert ist. In Finnland werden aus den Stämmen gerne Blockbohlensaunen gebaut, die man häufig an Seen und Fjorden vorfindet. Das Holz ist von außen silbergrau gefärbt, während das Kernholz eine warme, rötliche Färbung aufweist. Es ist frei von jeglicher Feuchtigkeit sowie Harz und ist äußerst robust. Das massive Holz ist eher selten, da es aus schwer zugänglichen Regionen stammt und erst Jahrzehnte vergehen müssen, bevor sich das Kiefernholz zu Keloholz entwickelt. Einige der Stämme sind bereits mehr als 300 Jahre alt. Das Holz zeichnet sich durch natürliche Unebenheiten und Maserknollen aus, was es optisch sehr ansprechend macht.

Holzofen oder Elektroofen?

Ein klassischer Holzofen macht optisch einiges her und kommt gänzlich ohne Elektrizität aus. Letzteres ist bei Elektroöfen nötig, die länger brauchen, um die die Sauna aufzuheizen und die Stromkosten in die Höhe treiben. Zum Befeuern eines Holzofens eignet sich trockenes bis sehr trockenes Brennholz wie etwa Birkenholz sehr gut. Verzichten Sie auf Nadelhölzer, da diese zum harzen neigen und den Kamin versotten können, was dessen Funktionalität beeinträchtigt.

Trotz der vielen Vorteile eines Saunaofens auf Holzbasis gibt es auch einige Nachteile. So müssen Sie höhere Sicherheitsauflagen erfüllen und den Bau von einem Schornsteinfeger abnehmen lassen. Der Einbau selbst ist teuer und aufwendiger, da in jedem Fall ein Kamin vorhanden sein muss und auch die Versicherungskosten fallen höher aus. Ein Saunaofen im Garten kann außerdem genehmigungspflichtig sein, weshalb Sie sich vorab über die örtlichen Bestimmungen informieren sollten.

Ein Elektroofen heizt zwar nicht so schnell auf und kann die Temperatur nicht so stabil halten wie ein Holzofen, dafür benötigen Sie hierfür kein Holz und können den Ofen jederzeit bequem starten, ohne vorher Holzscheitel hineinwerfen und anzünden zu müssen. Bei einem Holzofen müssen Sie an einen trockenen Lagerort für Ihr Brennholz denken und im Anschluss darauf achten, dass die Asche entfernt wird.

Sollten Sie weiterhin unsicher sein, welcher Saunaofen und welches Saunaholz am besten zu Ihnen passen, empfehlen wir Ihnen, einen Tischler in Ihrer Nähe zu konsultieren. Dieser kann nicht nur bei der Planung unterstützen, sondern auch den gesamten Saunabau für Sie übernehmen. In unserem Beitrag zu den verschiedenen Saunaarten können Sie sich vorab über die unterschiedlichen Arten von Saunen informieren.

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